• Rumäniens Zugang zu asiatischen Märkten stellt keine Hürde mehr dar, sondern eine konkrete Chance, die durch das am 17. März mit China unterzeichnete Abkommen über den Export von Agrar- und Lebensmittelprodukten noch beschleunigt wurde, so die Unternehmer, die an der jüngsten Ausgabe der „Intimate Roundtable Conversations“ teilnahmen, einer Denkfabrik, die von … gegründet wurde. Institut für Gastfreundschaftskultur.
Die Debatte zum Thema "Hergestellt in Rumänien. Skalierung lokaler Marken nach Asien über Hongkong.Die vom Hospitality Culture Institute in Zusammenarbeit mit Invest HK organisierte Veranstaltung brachte folgende Themen zur Diskussion:
- Roxana Maricutu – Stellvertretende Leiterin der Investitionsförderung, InvestHK
- Lucian Bădilă – Mitgründer & Franchise-Manager, 5 to go
- Andrei Rosu – Mitbegründer, FILGUD
- Ana Maria Mircea – Gründerin, Dacia Rumänisches Essen
- Mihnea Ioan Olariu – Inhaberin, französisch-rumänische Domänen
- Adrian Ambrose – Gründer, Made in RO
- Moderator: Robert Agarici, Kommunikationsdirektor des Hospitality Culture Institute
Hongkong – das Tor zu Asien
Ein erstes wichtiges Ergebnis der Diskussion war die Rolle Hongkongs als operatives Tor zum chinesischen Festland und zum Rest der Region, das Unternehmen, die eine regionale Expansion anstreben, eine rechtliche, finanzielle und kommerzielle Infrastruktur bietet.
Das Konzept von „China für Anfänger“ Diese Positionierung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Der Erfolg in Hongkong stellt eine Validierungsphase vor einem komplexeren Markteintritt in Festlandchina dar. Zu den wichtigsten Wettbewerbsvorteilen Hongkongs zählen:
- Ein offenes, transparentes und klares Geschäftsumfeld, basierend auf den Grundsätzen des Common Law
- Einfaches und wettbewerbsfähiges Steuersystem:
- Keine Mehrwertsteuer oder GST auf Waren und Dienstleistungen
- Die Körperschaftsteuer wird in zwei Schwellenwerten berechnet: 8,25 % für die ersten 2 Millionen HKD und 16,5 % für den Betrag, der diesen Schwellenwert übersteigt.
- Keine Kapitalertragssteuer
- Keine Quellensteuer auf Dividenden und Zinsen
- Keine Steuern auf die Einfuhr oder Ausfuhr von Waren
- Keine Einfuhrzölle auf Wein
- Ausgebaute kommerzielle Infrastruktur, unterstützt durch:
- Der weltweit führende Frachtflughafen:
- mit über 5 Millionen Tonnen Fracht jährlich
- mit über 240 Containerschiffen und wöchentlichen Verbindungen zu über 460 Destinationen
- Passagierflughafen mit über 200 Reisezielen und über 61 Millionen Passagieren jährlich
- Einer der verkehrsreichsten Häfen der Welt mit einem jährlichen Umschlag von über 14 Millionen TEU.
- Durch die Integration in die Greater Bay Area und einen effizienten Schienen- und Straßenverkehr ist der Zugang zu den Märkten Festlandchinas erleichtert.
- Der weltweit führende Frachtflughafen:
- Internationale Drehscheibe für Handel, Logistik, Finanzen und professionelle Dienstleistungen
„Hongkong ist der ideale Ort für Unternehmen, um den asiatischen Markt zu testen und ihr Geschäftsmodell zu optimieren. Doch Zugang allein garantiert noch keinen Erfolg. Erfolgreich sind die Unternehmen, die mit einer klaren Strategie und nicht nur mit einem guten Produkt aufwarten.“ sagte Roxana Maricutu, stellvertretende Leiterin der Investitionsförderung bei InvestHK.
Der Mythos vom Premiumprodukt
Einigkeit herrschte in der Debatte daher darüber, dass ein Premiumprodukt keine Marktstrategie ersetzen kann. Die Teilnehmer betonten, dass der Erfolg auf asiatischen Märkten von Folgendem abhängt:
- eine klare Markteintrittsstrategie
- klar definierte kommerzielle Ziele
- Disziplin bei der Ausführung
Internationalisierung ist nicht gleichbedeutend mit Kopieren und Einfügen.
Die Diskussion verdeutlichte, dass eine internationale Skalierung eine kontinuierliche Anpassung erfordert, nicht die bloße Nachahmung des lokalen Modells.
Dies kann Folgendes umfassen:
- Produkt- und Angebotsanpassung
- Positionsneukalibrierung
- Anpassung von Kommunikation und Erfahrung
Parallel dazu wird die Marktvalidierung unerlässlich: Direkte Marktpräsenz, Tests und das Verständnis der Verbraucher sind entscheidende Schritte vor jeder Exportstrategie.
„Einen erfolgreichen Export kann man nicht mit PowerPoint oder Excel beginnen. Anders ausgedrückt: Der Export basiert nicht auf Annahmen aus dem Bukarester Büro.“ war eines der Ergebnisse der Debatte.
Vorteile der Kennzeichnung "Hergestellt in Europa"
Das Gütesiegel „Europäische Herkunft“ stellt für asiatische Märkte nach wie vor einen relevanten Wettbewerbsvorteil dar, da es mit Tradition, Qualität und Vertrauen verbunden wird.
Wettbewerbsvorteile sind jedoch an folgende Bedingungen geknüpft:
- beglaubigen
- Konsistenz
- Lieferkapazität
- klare Produktkommunikation
Der asiatische Markt ist anspruchsvoll und aufgeschlossen für Neues, aber er duldet keinen Mangel an Strenge.
Rumänien: Image- und Kompetenzdefizit hinsichtlich Markteintrittsstrategien
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Debatte war, dass es Rumänien nicht an wettbewerbsfähigen Produkten mangelt, sondern vielmehr:
- Erfahrung in der Entwicklung von Markteintrittsstrategien
- mittel- und langfristige Strategien für den Marktzugang
- Exportstruktur
- Fehlendes Länderimage: Jeder Hersteller konkurriert einzeln, während in Hongkong ein Produkt oft mit seinem Herkunftsland wahrgenommen und assoziiert wird.
- internationale Ausführungs- und Umsetzungskapazität
Der Schwerpunkt muss verlagert werden von "Welches Produkt haben wir?" auf die Frage „Wie gut ist unsere Organisation auf den Export vorbereitet?“.
Partnerschaften – der wahre Beschleuniger der Expansion
Ein weiterer zentraler Diskussionspunkt war die Rolle von Partnerschaften im Internationalisierungsprozess. Der Eintritt in einen neuen Markt ist ohne Partnerschaften schwierig.
- lokale Partner
- Verteiler
- Investoren oder Betreiber mit Erfahrung in der Region
- eine lokale Präsenz
„Der ausschließliche Vertrieb über Distributoren und lokale Partner mag einfach erscheinen, stößt aber in den Märkten des asiatisch-pazifischen Raums – wie auch in anderen Regionen – an seine Grenzen, insbesondere bei Produkten, die erst bekannt werden und sich positionieren müssen. Distributoren priorisieren bereits etablierte Marken und bauen keine neue Marke auf, während Hersteller nur begrenzten Einfluss auf den Markt haben und weniger Zugang zu Kundenfeedback erhalten. In Asien basieren Beziehungen auf direktem Kontakt und Vertrauen, was eine lokale Präsenz erfordert. Das effektivste Modell kombiniert Distributoren mit einer Regionalniederlassung oder einem lokalen Vertreter, der die Marke entwickelt, das Marketing koordiniert und langfristige Beziehungen aufbaut.“ fügt Roxana Maricuțu, stellvertretende Leiterin der Investitionsförderung bei InvestHK, hinzu.
Das Problem von Volumen und Zusammenarbeit
Die Diskussion verdeutlichte auch eine strukturelle Einschränkung: die Schwierigkeit, gleichbleibende und standardisierte Mengen zu liefern. Als Beispiel wurde Akazienhonig genannt, ein anerkanntes Produkt, das zwar eine steigende Nachfrage aus dem Ausland genießt, aber mit mangelnder Koordination zwischen den rumänischen Produzenten zu kämpfen hat.
Der Mangel an Zusammenarbeit und Standardisierung verringert somit Rumäniens Fähigkeit, reale Chancen auf internationalen Märkten zu nutzen, nicht nur im Exportbereich, sondern auch bei der Festigung des Landesimages, dem Markenaufbau und der Entwicklung einer beständigen Präsenz in Schlüsselregionen.
Über vertrauliche Gesprächsrunden
Intimate Roundtable Conversations ist der praxisorientierte Think Tank des Hospitality Culture Institute – ein strategisches Dialogformat in kleinen Gruppen, das relevante Führungskräfte, Unternehmer und Fachleute der HoReCa-Branche zusammenbringt, um die hohen Anforderungen der Branche eingehend zu analysieren. Jede Ausgabe widmet sich einem relevanten Thema, das aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird: operativ, unternehmerisch, investitionsbezogen und konsumentenbezogen.
Um einen echten Austausch von Ideen und Standpunkten zu fördern, finden die Treffen unter den Chatham-House-Regeln statt. Dies gibt den Teilnehmenden die Freiheit, die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, ohne Meinungen oder Zitate öffentlich zu nennen. Dieser Ansatz schafft den notwendigen Rahmen für offene, relevante und lösungsorientierte Gespräche, die einen direkten Beitrag zur Weiterentwicklung des Gastgewerbes leisten.
Das Hospitality Culture Institute (HCI) ist die europäische Forschungs- und Führungsplattform, die untersucht, wie Gastronomiekultur, Gastfreundschaft und Dienstleistungen menschliches Verhalten und wirtschaftlichen Wert prägen. Das HCI nutzt die Gastronomie als lebendiges Labor für die Erlebnisökonomie und bringt Führungskräfte, Forschende und Entscheidungsträger zusammen, um nachhaltige, nutzerzentrierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Artikel- und Fotoquelle: Pressemitteilung Institut für Gastfreundschaftskultur
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