• Anhaltende Spannungen im Schwarzen Meer und im Nahen Osten treiben weiterhin die geopolitischen Risikoprämien in die Höhe. Jüngste Anschläge in diesen Regionen versetzen Händler in erhöhte Alarmbereitschaft und tragen so zur Preisvolatilität bei.
Auf europäischer Ebene bestätigen Daten zur Weizenproduktion in Frankreich eine schwächere Ernte als ursprünglich erwartet. Schätzungen zufolge Argus mediaDie französische Produktion würde 30,8 Millionen Tonnen erreichen, mit einem durchschnittlichen nationalen Ertrag von 6,67 Tonnen pro Hektar – ein Rückgang von 6,5 % gegenüber dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Somit würde die europäische Produktion im Jahr 2026 einen Rückgang von rund 2,55 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.
Die widrigen Wetterbedingungen haben auch andere Folgen nach sich gezogen, wie beispielsweise niedrige Wasserstände im Rhein und in der Donau, was den Schiffsverkehr und den innereuropäischen Warenverkehr erschwert. Gleichzeitig hat Tunesien eine Ausschreibung für 75.000 Tonnen Weizen veröffentlicht und strenge Bedingungen für Lieferungen vom Schwarzen Meer festgelegt: Lieferanten müssen das volle Risiko tragen und dürfen sich nicht auf höhere Gewalt berufen.
Im Ölsaatensegment erreichte Raps weiterhin neue Höchststände und entwickelte sich weltweit parallel zu Sojabohnen und Canola. Der November-Kontrakt für Euronext Der Preis näherte sich der psychologischen Schwelle von 560 €/Tonne, was auch durch die Verschlechterung des Sonnenblumenproduktionspotenzials in Westeuropa begünstigt wird.
Im Ausland ist der Zustand der US-amerikanischen Ernte weiterhin im Allgemeinen gut, wenn auch mit kleineren Anpassungen. Der Anteil der Maisanbaufläche mit einem guten bis ausgezeichneten Zustand ist leicht auf 67 % gesunken, und 59 % der Pflanzen haben das Blühstadium erreicht – ein entscheidendes Stadium für das Ertragspotenzial. Bei Sojabohnen befinden sich 66 % der Pflanzen in einem guten bis ausgezeichneten Zustand, und die Winterweizenernte ist auf 74 % der Anbaufläche fortgeschritten.
Insgesamt reagieren die Getreide- und Ölsaatenmärkte weiterhin sensibel auf das Zusammenspiel geopolitischer, meteorologischer und internationaler Nachfragefaktoren, was ein vorsichtiges Handelsklima schafft, jedoch mit dem Potenzial für größere Schwankungen in der kommenden Zeit.

Euronext-Kurse am 20.07.2026 (GMT+1)
Weizen (€/t)
| September 2026 | 235,25 | +0,50 |
| Dezember 2026 | 239,00 | +2,75 |
| März 2027 | 241,00 | +3,00 |
| Mai 2027 | 242,25 | +2,75 |
| September 2027 | 235,00 | +2,75 |
Mais (€/t)
| August 2026 | 256,25 | +8,75 |
| November 2026 | 252,75 | +5,75 |
| März 2027 | 251,25 | +4,50 |
| Juni 2027 | 250,75 | +3,75 |
| August 2027 | 252,25 | +4,50 |
Raps (€/t)
| August 2026 | 557,25 | +13,25 |
| November 2026 | 559,00 | +9,00 |
| Februar 2027 | 556,25 | +8,25 |
| Mai 2027 | 552,75 | +8,50 |
| August 2027 | 509,75 | +6,25 |
Artikel geschrieben von Gabriela Dan, Chefredakteurin Arta Albă
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