• Schlussfolgerungen aus der Debatte „Intime Roundtable Conversations“: Die Beziehung zwischen Lieferant und Betreiber entwickelt sich zu einem der wichtigsten Faktoren für die Rentabilität im HoReCa-Bereich.
Am 12. Mai fand in Bukarest eine neue Ausgabe des Think-Tanks Hospitality Culture Institute statt, die dem Thema gewidmet war. "Das neue Ökosystem der Lebensmittelversorgung".
Die Veranstaltung brachte Führungskräfte aus den Bereichen Vertrieb, Produktion und Handelsmarketing zusammen:
- Monica Dinu, Geschäftsführende Gesellschafterin von Old Team Distribution
- Ioan Ungur, Vertriebsleiter Lactalis Rumänien
- Constandina Ionescu, Vertriebsleiterin, Fresh Horeca Team
- Albert Davidoglu, CEO von Macromex
- Cristiana Sterie, Leiterin Handelsmarketing Ursus Brauereien
- Moderator: Robert Agarici, Kommunikationsdirektor des Hospitality Culture Institute
„Im Gastgewerbe wird die Diskussion um die Lieferkette oft auf den Preis reduziert. Tatsächlich sprechen wir von einem viel komplexeren System: Verfügbarkeit, Vorhersagbarkeit, Qualität, Lieferung, Retouren, Zahlungsbedingungen, Kommunikation und geteilte Verantwortung. Wenn wir profitablere Unternehmen und ein gesünderes Ökosystem wollen, muss sich die Beziehung zwischen Lieferanten und Betreibern von einmaligen Verhandlungen zu einer operativen Partnerschaft entwickeln.“, sagte Florin Maxim, Gründer Institut für Gastfreundschaftskultur.

Zu den wichtigsten Schlussfolgerungen der Debatte gehören:
Die größte Herausforderung ist nicht der Preis, sondern die unterschiedlichen Erwartungen.
Betreiber fordern schnelle Lieferung, ständige Verfügbarkeit, Flexibilität, Rückgaberecht, Zahlungsbedingungen und den niedrigstmöglichen Preis. Lieferanten benötigen Prognoseklarere Aufträge, eingehaltene Fristen und ein realistischeres Verständnis der Logistikkosten.
Der Lieferant wird zur operativen Erweiterung des Restaurants.
Restaurants verfügen immer weniger über Lagerfläche, insbesondere für temperaturgeführte Produkte. Dies bedeutet, dass sich ein Teil des betrieblichen Drucks auf den Lieferanten verlagert: Lagerhaltung, BargeldumlaufLogistik, Verfügbarkeit, Risiko und Rendite.
Der richtige Preis ist nicht der niedrigste Preis.
In vielen Verhandlungen werden die Kosten verglichen. "Tomate" Tomaten vom Markt, die unter professionellen Bedingungen geliefert werden. Ein Produkt, das pünktlich geliefert, optimal gelagert, in der richtigen Menge verfügbar und mit einem vereinbarten Zahlungsziel angeboten wird, lässt sich jedoch nicht direkt mit einem Punktpreis im Einzelhandel, auf dem Markt oder online vergleichen.
Die Kultur der Dringlichkeit verteuert das Ökosystem für alle.
Im Gastgewerbe (HoReCa) sind Notfälle zur Normalität geworden, was zu verspäteten Bestellungen, kurzfristigen Änderungen, Lieferschwierigkeiten und erhöhtem Druck auf die Lieferanten führt. Gleichzeitig geben die Lieferanten zu, dass auch sie zu dieser Kultur beigetragen haben, indem sie versuchten, Kunden durch maximale Flexibilität zu gewinnen oder zu halten. Dieses Modell ist jedoch nicht mehr tragfähig, da sich eine gesunde Branche nicht durch Ausnahmen und Improvisationen aufbauen lässt.
Die meisten Fehler sind nicht logistischer, sondern kommunikativer Natur.
Ein wesentlicher Teil der Diskussion widmete sich den Herausforderungen in der Kommunikation zwischen Lieferanten und Betreibern. Bestellungen per WhatsApp, Fotos handgeschriebener Listen, generische Bezeichnungen und fehlende Produktcodes führen zu Verwirrung.
Ein Befehl vom Typ "Salat" oder "Kartoffel" Dies kann Dutzende verschiedener Produkte bedeuten. Der Fehler entsteht nicht aus böser Absicht, sondern durch das Fehlen einer gemeinsamen Betriebssprache. Die von den Teilnehmern vorgeschlagene Lösung: eindeutige Codes, wiederkehrende Listen, digitale Plattformen, tägliche Fehlerberichterstattung und Schulung der Teams beider Seiten.
Die Digitalisierung sollte Reibungsverluste reduzieren, nicht zwischenmenschliche Beziehungen
Die Digitalisierung wird von Lieferanten als Teil der Lösung betrachtet. Bestell-Apps und personalisierte Listen können Fehler reduzieren und die Effizienz steigern. Die Geschäftsbeziehung bleibt jedoch unerlässlich.
Technologie sollte Vertriebsteams von administrativen Aufgaben befreien, nicht aber den kommerziellen Dialog über Produkt, Menü, Saisonalität, Aktionen, Mengen und Verfügbarkeit unterbinden.
Die Zahlungsbedingungen müssen im Preis enthalten sein.
Der Cashflow hat sich zu einem zentralen Diskussionsthema entwickelt, insbesondere in Branchen mit verderblichen Produkten, Importen, hohem Warenumschlag und Währungsrisiken. In manchen Branchen kaufen Lieferanten in Euro ein, legen Lagerbestände an, liefern schnell und kassieren später. Jeder Tag Zahlungsverzögerung kann zusätzliche Kosten verursachen, insbesondere in einem instabilen makroökonomischen Umfeld.
Die Zahlungsbedingungen werden von vielen Marktteilnehmern als normale Geschäftsbedingung betrachtet, für den Lieferanten stellen sie jedoch eine Form der Finanzierung dar. Wird diese Finanzierung nicht eingehalten, verteuert sich die gesamte Lieferkette und wird anfälliger.
Die Gesundheit des Ökosystems hängt von klareren Regeln ab.
Vorausschauende Planung, hohe Servicequalität, Einhaltung der Zahlungsbedingungen, Transparenz, gemeinsame Verantwortung, besser strukturierte Aufträge und planbare Kommunikation – all dies hängt sowohl von der Beziehung zwischen Lieferant und Betreiber als auch vom Kundenerlebnis ab.
Empfehlungen für Betreiber
Betreiber sollten strategische Lieferanten als operative Partner behandeln. Dies bedeutet minimale Prognosen, klare Bestellungen, Produktcodes, Einhaltung von Bestell- und Lieferterminen, Zahlungsdisziplin und Transparenz in den Geschäftsplänen, was zu massiven Mengensteigerungen führen kann.
Die Betreiber sollten auch die tatsächlichen Kosten des Produkts berechnen, nicht nur den Kaufpreis. Abfall / VerschnittFehler, Retouren, nicht vorrätige Artikel, Teamzeit und Eilbestellungen können einen ausgehandelten Rabatt schnell zunichtemachen.
Empfehlungen für Lieferanten
Andererseits müssen Anbieter die Preisbestandteile transparenter kommunizieren: Servicelevel, Lieferung, Lagerbestand, Beratung, Sicherheit, Zahlungsbedingungen und Kundensupport. Bleiben diese Leistungen intransparent, vergleicht der Kunde weiterhin nur den Produktpreis.
Nicht zuletzt müssen Lieferanten ihre Teams darin schulen, Lösungen und nicht nur Produkte zu verkaufen. Wo möglich, sollten spezielle Serviceleistungen wie Expresslieferungen, Retourenabwicklung, Bestellungen unterhalb des Schwellenwerts und Einsätze außerhalb der Geschäftszeiten definiert, gemessen und zumindest teilweise monetarisiert oder an Bedingungen geknüpft werden.
In einem Markt mit geringen Gewinnspannen steigt also der Druck auf Bargeldumlauf Bei anspruchsvolleren Konsumenten wird die Beziehung zwischen Anbieter und Betreiber zu einem direkten Faktor für die Rentabilität. Der Gewinner ist nicht unbedingt derjenige, der den niedrigsten Spotpreis erzielt, sondern derjenige, der ein berechenbares, effizientes und nachhaltiges System aufbaut.
„Die Branche verliert Geld durch mangelnde Abstimmung. Jede unklare Bestellung, jede dringende Lieferung, die hätte geplant werden können, jede Retoure und jeder verpasste Liefertermin erhöht den Druck auf das System. Die Herausforderung der kommenden Jahre besteht darin, eine ausgereiftere Lieferkette aufzubauen, in der Lieferanten und Betreiber nicht nur Preise aushandeln, sondern gemeinsam Regeln, Vorhersagbarkeit und Wertschöpfung entwickeln.“, fügt Florin Maxim hinzu.

Über vertrauliche Gesprächsrunden
Intime Gesprächsrunden repräsentieren Think TankDas Hospitality Culture Institute bietet ein strategisches Dialogformat in kleinem Kreis an, das relevante Führungskräfte, Unternehmer und Fachleute der HoReCa-Branche zusammenbringt, um die hohen Anforderungen der Branche eingehend zu analysieren. Jede Veranstaltung widmet sich einem relevanten Thema, das aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird: operativ, unternehmerisch, investitionsbezogen und konsumentenbezogen.
Um einen echten Austausch von Ideen und Standpunkten zu fördern, finden die Treffen unter den Chatham-House-Regeln statt, die den Teilnehmern die Freiheit geben, … EinblickDie gewonnenen Informationen werden ohne öffentliche Nennung von Meinungen oder Zitaten erhoben. Dieser Ansatz schafft den notwendigen Rahmen für ehrliche, relevante und lösungsorientierte Gespräche und bietet einen direkten Mehrwert für die Weiterentwicklung des Gastgewerbe-Ökosystems.
Über das Hospitality Culture Institute:
Das Hospitality Culture Institute (HCI) ist die europäische Forschungs- und Führungsplattform, die untersucht, wie Gastronomiekultur, Gastfreundschaft und Dienstleistungen menschliches Verhalten und wirtschaftlichen Wert prägen. Das HCI analysiert die Erlebnisökonomie und bringt Führungskräfte, Forscher und Entscheidungsträger zusammen, um nachhaltige, nutzerzentrierte Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Durch Marktforschung, Think TankMit Initiativen wie den Romanian Hospitality Awards, dem F&B Business Accelerator und dem F&B Innovation Camp vernetzt HCI Unternehmer, Branchenführer und Experten, um Erkenntnisse in angewandte Geschäftsentscheidungen umzusetzen.
Quelle des Artikels: Pressemitteilung Institut für Gastfreundschaftskultur
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