Nach mehreren Monaten relativer Ruhe ist die Volatilität am Getreidemarkt mit voller Wucht zurückgekehrt. Ein deutlicher Beweis dafür ist die gestrige signifikante Erholung der Weizen- und Mais-Futures an der Euronext, die die in der Vorwoche angehäuften erheblichen Verluste teilweise ausglich.
Der europäische Markt folgte der positiven Entwicklung des US-Marktes aufmerksam, die durch die Ankündigung eines Handelsabkommens zwischen den USA und China zusätzlich beflügelt wurde. Dieses Abkommen sieht den jährlichen Ankauf von US-Agrarprodukten im Wert von 17 Milliarden US-Dollar von 2026 bis 2028 vor, zusätzlich zu den bereits für denselben Zeitraum vereinbarten 25 Millionen Tonnen. Eine solche Zusage könnte die chinesischen Importe wieder auf das beeindruckende Niveau der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts bringen.
Obwohl die Ankündigung noch keine offizielle Bestätigung aus China erhalten hat, löste sie eine Welle des Optimismus aus, die jegliche Skepsis während des gesamten Handelstages vertrieb. Die Angst der Anleger, den Beginn eines Aufwärtstrends zu verpassen, beflügelte die Käufe sowohl in Amerika als auch in Europa.
In diesem Kontext hat der Ölmarkt seinen festen Trend beibehalten, gestützt durch den allmählichen Rückgang der globalen Lagerbestände. Etwas Erleichterung brachte jedoch die Erklärung von US-Präsident Donald Trump, der auf Bitten der Golfstaaten die Verschiebung eines geplanten Militärschlags gegen den Iran ankündigte, zu einem Zeitpunkt, als die Verhandlungen konstruktiv voranzukommen schienen.
Die Kombination aus Energiefaktoren, dem schwachen Euro gegenüber dem Dollar und der Begeisterung der Investmentfonds für den Sojabohnenmarkt in Chicago gab auch dem europäischen Raps einen starken Schub, der den Handelstag an der Börse auf einem neuen kurzfristigen Höchststand beendete. Euronext.
Die Lage im Ausland
Auf dem US-Markt reagierten Händler nach der Enttäuschung der Vorwoche, als der Besuch von Präsident Trump in China keine konkreten Ankündigungen für den Agrarsektor brachte, mit einer starken Reaktion. Die Bekanntgabe des Handelsabkommens am Sonntagabend löste einen kräftigen Handelstag aus, wobei Mais eine seiner besten Tagesperformances seit fast drei Jahren verzeichnete.
Nach Börsenschluss USDA Das US-Landwirtschaftsministerium hat seinen mit Spannung erwarteten wöchentlichen Erntefortschrittsbericht veröffentlicht. Die Daten deuten auf eine weitere Verschlechterung der Lage des US-Winterweizens hin, wobei nur noch 27 % der als ertragreich eingestuften Ernte als ertragreich gelten. "gut bis ausgezeichnet", das niedrigste Niveau seit 1996. Gleichzeitig sank der Anteil der Ernten „schlecht bis sehr schlecht“ Das Wachstum setzte sich fort und erreichte 43 %, den höchsten Prozentsatz seit 2014.
Die Situation ist jedoch beim Sommerweizen deutlich günstiger, hier wurden 73 % der Aussaaten durchgeführt, was sowohl die Erwartungen als auch den historischen Durchschnitt übertrifft.
Diese uneinheitlichen Entwicklungen – einerseits Spannungen um Winterkulturen, andererseits gute Fortschritte bei den Neuanpflanzungen sowie geopolitische und handelspolitische Dynamiken – schaffen ein komplexes Umfeld für den Getreidemarkt, in dem Volatilität in naher Zukunft voraussichtlich weiterhin ein dominierendes Element bleiben wird. Anleger werden die Bestätigung des Abkommens mit China sowie die weitere Entwicklung der Wetterbedingungen und die Agrarberichte genau beobachten.

Euronext-Kurse am 18.05.2026 (GMT+1)
Weizen (€/t)
| September 2026 | 213,25 | +3,50 |
| Dezember 2026 | 222,50 | +3,75 |
| März 2027 | 228,00 | +3,50 |
| Mai 2027 | 230,25 | +3,50 |
| September 2027 | 229,25 | +3,50 |
Mais (€/t)
| Juni 2026 | 210,50 | +3,25 |
| August 2026 | 216,50 | +2,75 |
| November 2026 | 212,75 | +2,25 |
| März 2027 | 216,00 | +2,50 |
| Juni 2027 | 218,00 | +2,50 |
Raps (€/t)
| August 2026 | 528,75 | +6,00 |
| November 2026 | 530,50 | +5,75 |
| Februar 2027 | 529,75 | +5,50 |
| Mai 2027 | 526,75 | +5,25 |
| August 2027 | 492,00 | -0,50 |
Artikel geschrieben von Gabriela Dan, Chefredakteurin Arta Albă
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