• Das Finanzministerium startet ein umfangreiches staatliches Beihilfeprogramm zur Entwicklung der Produktionskapazitäten auf rumänischem Gebiet.
Der Gesamtwert der finanziellen Unterstützung beläuft sich auf 5,313 Milliarden Lei (rund 1,05 Milliarden Euro) und stellt einen wichtigen Bestandteil der in der Dringlichkeitsverordnung Nr. 8/2026 vorgesehenen wirtschaftlichen Erholungsmaßnahmen dar.
Das Programm zielt darauf ab, die Fertigungsindustrie zu stärken und Ressourcen in Sektoren mit hohem Handelsdefizit zu lenken. Mit dieser Initiative wollen die Behörden schrittweise von einer importabhängigen Wirtschaft zu einer Wirtschaft mit hoher lokaler Produktion und Wertschöpfung übergehen. Der Umsetzungsplan bietet Investoren Planungssicherheit: Finanzierungsvereinbarungen können bis 2032 abgeschlossen werden, und staatliche Beihilfen werden bis 2036 ausgezahlt.

Eine wichtige Neuerung ist die den Begünstigten eingeräumte Flexibilität, die es ihnen ermöglicht, je nach Kapitalbedarf und Entwicklungsstrategie des jeweiligen Unternehmens entweder einen direkten Zuschuss oder eine Steuergutschrift zu wählen.
„Mit diesem neuen Programm im Umfang von über einer Milliarde Euro markieren wir den Übergang von einer importabhängigen Wirtschaft zu einer Wirtschaft, die in Rumänien selbst Wertschöpfung generiert. Es handelt sich nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern um den Motor realer Förderung der rumänischen Industrie, die für den Schutz unserer wirtschaftlichen Stabilität unerlässlich ist. Wir investieren strategisch dort, wo uns das Handelsdefizit verwundbar macht, und stellen Unternehmern die Ressourcen zur Verfügung, um Ideen in leistungsstarke Produktionsanlagen umzusetzen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von ausländischen Märkten zu verringern und rumänisches Kapital auf dem äußerst wettbewerbsintensiven europäischen Markt zu festigen.“, sagte Alexandru Nazare Finanzminister.
Förderbedingungen und Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten
Um die Förderung zu erhalten, müssen Projekte eine Anfangsinvestition von mindestens 50 Millionen Lei in neue Produktionsanlagen vorsehen. Das Programm richtet sich sowohl an etablierte Unternehmen als auch an Start-ups und berücksichtigt dabei strenge Kriterien der finanziellen Solidität.
Bestehende Unternehmen müssen ein positives Eigenkapital und einen Umsatz von mehr als null in mindestens einem der letzten drei Geschäftsjahre nachweisen. Neu gegründete Unternehmen benötigen ein Mindeststammkapital von 100.000 Lei, und ihre Gesellschafter dürfen in den letzten zwei Jahren keine anderen Unternehmen besessen haben, die die Tätigkeit ausüben, für die die Beihilfe beantragt wird. Alle Antragsteller dürfen sich nicht in finanziellen Schwierigkeiten befinden, zahlungsunfähig sein oder bereits andere staatliche Beihilfen in Anspruch nehmen.

Wie werden die Projekte bewertet?
Die Projekte werden anhand eines Punktesystems bewertet, das den tatsächlichen wirtschaftlichen Einfluss priorisiert. Investitionen in die Herstellung von Produkten mit negativer nationaler Handelsbilanz, die Anwendung fortschrittlicher Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien, die Beschaffung von Rohstoffen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, die Ansiedlung in Regionen mit Bedarf an wirtschaftlichem Ausgleich, die Integration in Innovationscluster und eine moderate staatliche Förderung werden bevorzugt.
Die Antragsrunden für die Fördermittel finden jährlich über einen Zeitraum von 30 Arbeitstagen statt und werden mindestens 30 Tage im Voraus öffentlich angekündigt. Die Fördermittel können baubezogene Kosten, den Kauf von technischer Ausrüstung und neuen immateriellen Vermögenswerten umfassen.
Sobald die neue Entscheidung in Kraft tritt, wird die Ausstellung von Vereinbarungen auf der Grundlage der Regierungsentscheidung Nr. 300/2024 ausgesetzt, um einen effizienten Übergang zum neuen, an die aktuellen Prioritäten der industriellen Entwicklung angepassten Mechanismus zu gewährleisten.
Mit diesem ambitionierten Programm schafft das Finanzministerium einen klaren und stabilen Rahmen für die Anwerbung produktiver Investitionen, der ein erhebliches Potenzial zur Verringerung der Importabhängigkeit und zur Konsolidierung des rumänischen Kapitals im Kontext des europäischen Wettbewerbs birgt.
Artikel geschrieben von Gabriela Dan, Chefredakteurin Arta Albă
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